Die typisch englische Küche ist für den Kontintaleuropäer etwas gewöhnungsbedürftig. Wer nicht auf Pommes in Essig oder Pudding aus Blut steht, wer Gummibrot ablehnt, und wenig Lust auf Thunfisch oder Hühnchen hat, dürfte hier mit der Ernährung in Schwierigkeiten kommen.
Zum Glück leben in England aber sehr viele Inder. Und die haben netterweise die Küche aus ihrer Heimat mitgebracht. “Curry Houses”, wie die indischen Restaurants genannt werden, gibt es hier wie bei uns Italiener. Und wir haben nach dem Konzert eines besucht.
Der Inder, den wir in kleiner Gruppe besuchen, ist ausgezeichnet, und weit von den Indern entfernt, die ich aus Berlin kenne. Einzig mit den Schärfegraden des Essens muss man hier aufpassen. Wenn man in der Karte Worte wie „fairly hot“ oder „ very hot“ liest, ist höchste Vorsicht geboten.
Hier eine kleine Übersicht über die Schärfegrade:
Korma-Soße: very mild und mit süsslichem Geschmack. Für kleine Kinder bestens geeignet, mein persönliches Lieblingsgericht.
Balti-Soße: mild steht auf der Karte. Für mich war dies bereits gehoben scharf
Madras-Soße: fairly hot. David, Geiger, fand es zwar grenzwertig, aber dennoch lecker.
Vindaloo-Soße: Very hot. Hieran hat sich Nari, Geigerin aus Korea rangetraut. Die eindringlichen Warnungen des Kellners konnten sie nicht abhalten, und so bestellte sie sich mit Todesverachtung das schärfste Gericht auf der Karte. In Korea ist man scharfes Essen gewohnt, aber Nari gibt hinterher zu, dass dies dann doch ein echter Test war.
Der Kellner erklärt mir nach dem Essen, dass in seiner Kultur kleine Kinder bereits ziemlich scharfe Gerichte essen, weshalb sich das Geschmacksempfinden anders entwickelt. Für Härtefälle hält das Restaurant einige Gerichte bereit, die nicht auf der Karte stehen.
Phal, heißt eines davon. So wie der Kellner diese Soße beschreibt, scheint der Genuss mit einer sofortigen Einlieferung in die Notaufnahme verbunden zu sein.
- Helge -